Mein Garten

 

Im Sommer 1996 habe ich mit einem wenige Meter großen Staudenbeet begonnen unsere Wildwiese in einen üppig blühenden Garten zu verwandeln.

Da unser Grundstück in der wohl sandigsten und trockensten Ecke von Schleswig - Holstein liegt, musste ich viele Rückschläge und Verluste einstecken.

Inzwischen ist der Rasen verschwunden und jede freie Fläche liebevoll gestaltet und bepflanzt. Jedes Jahr verändert sich der Garten. Pflanzen kommen und gehen, aber das Schöne, der Duft, die Farben und das Geheimnisvolle bleibt.

Viele Jahre gab es nur Freude in meinem Paradies, dann kam der Buchsbaumpilz...

 Im Vorgarten gibt es leider keinen Knotengarten aus über Tausend selbstgezogenen Buchsbäumen mehr und auch meine vielen vielen Hecken, Spiralen und Kugeln aus Bux mußte ich im Herbst 2013 auf einem riesigen Scheiterhaufen verbrennen.

..Liebe Gartenfreunde:  Keine falschen Hoffnungen!!! Auch ich habe gespritzt, desinfiziert, krankes ausgeschnitten, Erde ausgetauscht,umgepflanzt usw...



Meine Trauer kann sich jeder Gartenfreund sicher gut vorstellen, es waren ca. 12000 selbstgezogene Pflanzen und das Elend ist noch nicht vorbei, da noch einige Buxis gesund und munter überlebt haben. Ich werde im Frühjahr noch einige Hundert Buxis , die bis jetzt noch gesund und munter aussehen, roden und durch Eiben, Steine, Lonicera, Geranium, Helleborus und vieles andere ersetzen müssen.Aber... die schlimmste Arbeit ist getan und ich kann jetzt sagen:

 Dank Buchsbaumkrebs ein neuer Garten!

Es gibt jetzt noch mehr Rosen und neue Stauden, neue Beete sind entstanden, Wege neu gestaltet und alte Beete habe ich völlig neu bepflanzt. Niemals aufgeben, es gibt immer wieder neue Ideen und Veränderungen.(  Stillstand ist Rückschritt! )

Im Vorgarten habe ich neue Staudenbeete in leutend rot- gelben Sonnenuntergangsfarben  gepflanzt und freue mich auf die vielen Sommerblumen, die den Buchsbaum ersetzen werden.

Es gibt inzwischen über 6oo Strauch- und Kletterrosen im Garten, die meisten sind selbstgezogen und auf eigener Wurzel. ein neuer Apothekergarten beherbergt meine vielen Heilkräüter und natürlich neue "Historische Rosen".Viele, viele farblich aufeinander abgestimmte Staudenbeete befinden sich in verschiedenen " Gartenräümen".Es gibt einige  kleine Teiche und viele romantische Sitzecken, eine große sogar überdacht und einen " Waldweg", einen "Rosenweg", ein Gräserbeet, ein " Funkienbett", einen Duftgarten und noch vieles mehr...

Das ganze Jahr gibt es immer etwas blühendes und irgenwo duftet es sogar im Januar.

Ich mag keine nackte Erde in meinen Beeten. Ich pflanze sehr dicht und sobald etwas verblüht ist schneide ich zurück und bepflanze die entstandenen Lücken sofort mit selbstgezogenen Sommerblumen und Stauden aus meinem Folientunnel. Das hat nicht nur den Vorteil das alle Beete stets mit blühenden Pflanzen bestückt sind, ich habe auch kein Unkraut!

Im herst und vor allem im Frühjahr arbeite ich meine Beete mit einem kleinen, Handrechen sorgfältig jede Woche einmal durch und lockere die Erde auf. Sobald die Pflanzendecke dann geschlossen ist kann nichts mehr keimen ( weder Freund noch Feind). Der Nachteil ist natürlich das auch Stauden sich nicht von allein sähen - die muß ich dann extra vermehren und dorthin setzen wo ich sie haben möchte.

Das System funktioniert so gut, das Besucher oft entsetzt sind und denken: "Oh, Gott, die arme Frau schafft das gar nicht mehr und das wuchert hier alles ineinander!" Oder" Ach, das ist ja ei pflegeleichter Garten ( ha, ha...), da darf ja alles wachsen wie es will..."

Keine Panik,alles Absicht! alle Pflanzen und jede "Wilde Ecke" ist/ sind unter Kontrolle und werden liebevoll bewacht.... bis mir was Neues einfällt, alles rausfliegt und (Dank eigener Anzucht im Folientunnel) innerhalb kurzer Zeit wieder neu bepflanzt wird.

Natürlich wieder genauso dicht...

 

 

Ein Garten ist kein fertiges Projekt, sondern ein Prozeß der sich immer wieder verändert und umwandelt. Die wunderschöne Blüte von Heute ist Morgen schon vergangenheit. Nur der Moment zählt! Das Traumhafte Staudenbeet im Juni ist im August vielleicht schön öde und leer... deshalb sind wir Gärtner aus Leidenschaft auch immer auf der Suche nach neuen schönen Pflanzen um den " Prozeß" dauerhaft in Gang halten zu können. Der Garten soll immer schön und immer gepflegt sein, also immer wieder schauen, pflegen und verbessern.... niemals nachlassen

Aber auch immer wiede dier Freude und das Glück an diesem Prozeß teilhaben zu können und zu versuchen ihn zu steuern!

Beherrschen können wir Gärtner den Garten nicht: Regen, Hagel Sturm, kein Regen... Schädlinge, Krankheiten,(Buchsbaumkrebs...) Schnecken, Kanninchen, Rehe, Raupen.... wie schnell ist über Nacht alles dahin, trotz all unserer Mühe und Arbeit und auch Geld hilft nicht viel (teure Pflanzen gehen genauso unerklärlich ein wie preiswerte)

Das alles sollten doch mal einige Besucher bedenken wenn sie durch die "Offenen Gärten " gehen und sagen " Ach, bei "Meeyers" war es gar nicht schön, alle Rosen schon ausgeblüht, und auch der Rasen gar nicht gemäht..."

 

 

Da ich schon seit meiner Kindheit sehr gerne Pflanzen aus Saat und Stecklingen vermehre sind ca. 80 Prozent aller Bäume, Rosen, Sträucher und Stauden in unserem Garten selbstgezogen.

 

- 2006 haben wir einen großen Folientunnel, in dem ich meine Pflanzen großziehen kann, gebaut. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Raritäten und Rosensorten und tausche auch gerne Saat ein. Da mir inzwischen der Platz für meine Pflanzenkinder ausgegangen ist, gebe ich meine Schätze preiswert an Gartengäste ab ( siehe Pflanzenverkauf /Info-box-Termine). Der Erlös wird natürlich wieder in Blumenzwiebeln und Pflanzen investiert.

 

 

- Düngen und Mulchen

Ich habe bei der Umwandlung von Wiese in Gartenbeete immer zuerst die Grassoden kompostiert, die Beete tief umgegraben und mit eigenen oder gekauften Kompost aufgefüllt. Gedüngt wird mit Hornspähne und Pferdemist.

Außerdem werden die Beete mit "kleinem" Laub gemulcht. Bereits ab April sind meine Beete "bedeckt", das heißt es gibt keine nackte Erde mehr zu sehen, da ich sehr dicht pflanze.

Die Feuchtigkeit bleibt im Boden und ich habe kaum Unkraut.

Mein Komposthaufen ist das Herz des Gartens!

Jedes Jahr kommen ca. 2-3 m³ Kompost auf meine Beete, den Rest verbrauche ich als Pflanzenerde zum Topfen der Ableger.

 

- Meine Gartenphilosophie

Neben der Blütenfarbe ist vor allem der Duft der Blätter und Blüten ein wichtiges Auswahlkriterium bei meiner Pflanzenwahl.

Jede Pflanze ist mir wichtig. Eine besondere Rarität ist mir genauso wichtig wie eine einfache Cosmea oder Margerite. Egal ob selbstgezogen oder gekauft- alle sind meine "Kinder" für deren Wohlergehen ich verantwortlich bin.

Ich versuche immer meine Pflanzen "glücklich" zu machen und ihnen den idealen Standort zu geben.

 

Da ich in meinen Beeten verschiedene Farbthemen habe ist es nicht immer einfach die richtige Farbe an den idealen Platz zu setzen.

Bei unserem schlechten Bodenverhältnissen dauert es leider oft 3-4 Jahre bis sich eine gekaufte Staude oder Rose etabliert hat.

Meine selbstgezogenen Stauden oder Rosen sind da anspruchsloser:

Ich ziehe sie alle in Komposterde ohne Substrat, Dünger oder Wärme und alle so großgewordenen "Kinder" freuen sich, wenn sie endlich nach 1-2 Jahren aus ihren Töpfen heraus können und wachsen sofort los.

 

Mein Garten soll ganz natürlich aussehen, ein gepflegter Dschungel, in dem zu jeder Jahreszeit etwas blüht und duftet.

Der Boden muss bedeckt sein, Lücken die durch zurückschneiden entstehen werden sofort mit einjährigen Sommerblumen gefüllt.

Wie beim Balett niemand im Publikum, das jahrelange Training und die vielen Proben sieht, sondern nur die Leichtigkeit der Bewegung wahrnimmt, möchte ich das mein Garten so aussieht, als wäre alles ganz von selbst so gewachsen.

Ein Garten sollte niemals langweilig sein!!! Er muß dem Besitzer Freude bereiten! Niemals sollte man versuchen es Frau Müller oder Herrn Meier recht zu machen oder zu überlegen ob Gartenbesucher vielleicht amit der Gestaltung nicht einverstanden sind, oder ob der " Style" gerade völlig  aus der Mode gekommen ist

Planung und Pflege, die richtige Pflanzenwahl, stetige Bewässerung, Stützen und Aufbinden sind ganz wichtig - dürfen aber nicht sichtbar sein.