DORNRÖSCHENGARTEN & KELLERATELIER
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"Erlebnisse aus meinem Dornröschengarten"

LandGang Gartenkolumne

 

Seit März 2017 schreibe ich die Gartenkolumne "Erlebnisse aus meinem Dornröschengarten" für die Zeitschrift LandGang.

Hier finden Sie immer den Artikel aus der aktuellen Ausgabe.

Viel Spaß beim lesen !

Erlebnisse aus meinem Dornröschengarten - Folge 25

05. January 2021, Garten-Kolumne Ulrike Kraft-Reimers,

 

Endlich wird es wieder Frühling! Jedes Jahr kann ich es kaum erwarten, dass die nassen, kalten und dunklen Winterwochen vorbei sind. Aber in diesem Jahr fühlt es sich doch irgendwie besonders trostlos an, oder? Wie mag es erst all den Menschen in den großen Städten ohne den Luxus eines eigenen Gartens und eines großen Waldstücks mit idyllischen Fischteichen vor der Haustür, wie ich ihn hier jeden Tag genießen kann, ergangen sein? Gemütlich mit ein paar schönen Büchern, Zeitschriften und genügend Nervennahrung in Form von Keksen und Schokolade Zeit auf dem Sofa zu verbringen ist zwar ab und zu ganz nett, irgendwann aber auch nervig und schlecht für die Figur. Noch ist es kalt und ungemütlich und der fiese Ostwind macht es draußen nicht angenehmer, aber wenn dann mal für ein paar Stunden die Sonne zwischen den Wolken herausguckt, fühlt man sich doch gleich wieder wie neugeboren. Und das ist ja immer das Besondere am Vorfrühlingsgarten. Alles wieder auf Anfang! Als würde man das Erwachen der Natur das allererste Mal erleben. Meine Schneeglöckchen und die vielen Winterlinge, die mit ihren glänzenden gelben Köpfchen aus der matschigen Erde gucken, stört die Kälte überhaupt nicht und ich liebe es, mit einem dampfenden Becher Tee voller Vorfreude durch den noch winterlichen Garten zu schlendern und „die Blumen aus der Erde zu gucken“, wie meine Oma das immer genannt hat. Und was es schon alles zu sehen gibt: Winterlinge, Schneeglöckchen, Scillas, Chinodoxa, Gelbstern, kleine Anemonen und ein paar frühe Krokusse. Dazu kommen Narzissen und die ersten Primeln, Lerchensporn, ein paar tapfere Lungenkrautblüten und die ersten Veilchen. Ein besonderer Höhepunkt sind meine selbstgezogenen Helleborus-Pflanzen. Vor kurzem habe ich das ganze Laub entfernt, damit ich die vielen verschiedenen Blüten, die im Grunde nur die schützenden Hochblätter für die eigentlichen, unscheinbaren Blüten sind, besser sehen kann. Und wie spannend das jedes Jahr wieder ist, denn sie kreuzen sich gerne untereinander. In jedem Frühjahr ziehe ich viele neue Sämlinge und pflanze sie im Herbst aus. Und da es einige Jahre dauert, bis sie endlich anfangen zu blühen, ist es für mich immer spannend nachzugucken, was für schöne, unterschiedliche Farben und Muster dabei entstehen. Von Weiß, Hell- und Dunkellila über Rosa, gesprenkelt, gefüllt oder „mit kleinen Rüschen“ ist alles dabei. Das erste zarte Grün der vielen Storchenschnäbel guckt auch schon tapfer aus der Erde. Meine Zaubernuss verströmt trotz Kälte ihren zarten Duft und auch die Forsythien haben dicke Knospen. Von vielen Pflanzen, die mehr Feuchtigkeit benötigen, habe ich mich im Herbst schweren Herzens getrennt. Ballhortensien, Ligularien, Wasserdost und viele andere haben in meinem Boden einfach keine Chance und dass es nach drei sehr trockenen Sommern in diesem Jahr etwas nasser wird, kann ich nur hoffen. Ob die als Ersatz gepflanzten Stauden genauso schön aussehen und die Trockenheit besser vertragen? Hoffentlich! Ich denke, wir müssen uns wohl noch in vielen Dingen umstellen und einfach versuchen, das Beste daraus zu machen. Ich freue mich schon sehr auf wärmere Tage und hoffe, dass alle Pflanzen in diesem Jahr ganz besonders schön blühen werden.

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© Ulrike Kraft-Reimers

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