Mein Dornröschengarten
Mein Dornröschengarten

"Erlebnisse aus meinem Dornröschengarten"

LandGang Gartenkolumne

 

Seit März 2017 schreibe ich die Gartenkolumne "Erlebnisse aus meinem Dornröschengarten" für die Zeitschrift LandGang.

Hier findet Ihr immer den Artikel aus der aktuellen Ausgabe.

Viel Spaß beim lesen !

Erlebnisse aus meinem Dornröschengarten - Folge 16

03. September 2019, Garten-Kolumne Ulrike Kraft-Reimers,

 

Wir spazieren durch ein blühendes Paradies und ich bleibe vor jeder zweiten Blüte stehen und schnuppere an ihr oder streichele liebevoll über ein paar samtige Blätter, während mein Begleiter mit ein paar eleganten Sprüngen quer durch mein schönes Blumenbeet springt, um nach einer dicken Hummel zu schnappen, die empört brummend davonfliegt. „Schau mal, wie herrlich meine Anemonen in diesem Jahr blühen. Und hast du diese schöne Dahlie schon gesehen? Wie wunderschön die Tautropfen auf dem Diamantgras in der Sonne glitzern. „Knacks!“ Das war die einzige Cosmea, die die gierigen Schnecken mir gelassen hatten. Beim nächsten Sprung erwischt es eine arme Funkie und die Duftnessel wird auch ordentlich durchgerüttelt. Sie haben es sicher schon erraten: Wir haben einen neuen Kater. Nachdem sein Vorgänger, ein mühevoll mit der Flasche aufgezogenes, krankes Katzenbaby, im vergangenen Herbst einfach verschwunden war und ich es wochenlang in der ganzen Gegend gesucht hatte, wollte ich nie wieder diese Sorgen und Trauer um ein vermisstes Haustier erleben. Keine neue Katze mehr! Doch dann wurde wieder ein ausgesetztes Findelkind in der Tierklinik, in der meine große Tochter arbeitet, abgegeben und ich konnte den traurigen Katzenaugen nicht widerstehen. Und jetzt machen Gustav und ich unseren ersten Gartenausflug. Er soll hier schließlich die gefräßigen Wühlmäuse in Schach halten und mir bei der Gartenarbeit Gesellschaft leisten. Und überhaupt, was wäre mein Dornröschengarten ohne Katze? Für meine schönen Blumen interessiert sich Gustav allerdings überhaupt nicht. Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge sind da viel spannender und gnadenlos prescht der freche Rüpel durch meine liebevoll gehegten Staudenbeete, um welche zu fangen. Seufzend mache ich es mir mit einem Becher Kaffee auf der Bank am Teich gemütlich, lausche dem Geplätscher des Wassers und genieße die Blütenpracht um mich herum. Zwei Meisen sitzen neben mir in den Rosen und schimpfen sehr empört über den neuen Gartenbewohner, der gerade mit einem großen Satz über die steinerne Vogeltränke springt und mit einem lauten „Platsch“ mitten im Gartenteich landet. Während ich besorgt aufspringe, um das kleine Fellbündel zu retten, schwimmt Gustav ganz elegant quer durch den ganzen Teich, klettert auf einen großen Feldstein und schüttelt sich das Wasser aus dem Fell. Er dreht sich zu mir um und der Blick, den er mir zuwirft, könnte sagen: „Was guckst du? Heute ist Mittwoch, das mache ich jeden Mittwoch so! Keine Panik.“ Gustav hat unsere Herzen erobert, seinen Garten inspiziert. Den Teich kennt er jetzt, schwimmen kann er auch und offensichtlich fühlt er sich hier wohl, denn er sitzt jetzt neben mir auf der Bank und lässt sich schnurrend von der noch warmen Herbstsonne trocknen. Vielleicht geht er auch irgendwann etwas liebevoller und vorsichtiger mit meinen Pflanzen um. Die Wühlmäuse jedenfalls können sich schon mal auf harte Zeiten gefasst machen.

 

 

Quelle: http://www.landgang.sh/service/kolumne/gartenkolumne-ulrike-kraft-reimers/erlebnisse-aus-meinem-dornroeschengarten-folge-16.html

 

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